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Im Alter von 6 Jahren lernt Boris Kosak Klavierspielen, bekommt später auch Unterricht für Gitarre und Akkordeon. Bei Auftritten in Musikschulen, Bürgerzentren und Theatervorstellungen entsteht der ambitionierte Wunsch, eigene Musik zu spielen, was im Alter von 12 Jahren zu ersten Kompositionen für Klavier führt. Dabei sind seine Vorbilder Beethoven, Chopin und Prokofiev. So entsteht eine ganze Reihe von Charakterstücken, Balladen, Etüden und Walzern sowie auch elf Klaviersonaten.
Gleichzeitig hegt Boris Kosak ein reges Interesse für Mathematik, was ihn auch weiterhin begleitet. Er fährt regelmäßig zu mathematischen und physikalischen Olympiaden und gewinnt dort mehrere Preise. Nach seinem Schulabschluss mit einem Notendurchschnitt von 1.0 muss er sich im Alter von 17 Jahren zwischen einem Mathematik- oder Musikstudium entscheiden. Die Musik siegt und Boris Kosak studiert Komposition bei Prof. Valentin Bibik und Musikwissenschaft am Kharkower Institut der Künste.
Nach seinem Abschluss mit Auszeichnung und einer intensiv diskutierten Diplomarbeit zum Thema Harmonie beim späten Skrjabin bekommt Boris Kosak eine Empfehlung für die Promotion in Musikwissenschaft sowie eine Einladung, an der Moskauer Universität im Fach Mathematik zu promovieren. Anstatt diesen Einladungen zu folgen zog er nach Köln, um bei Prof. York Höller Komposition und bei Prof. Ulrich Humpert Elektronische Komposition an der Hochschule für Musik zu studieren. Gleichzeitig geht er seinem Interesse für Sprachen nach und belegt die Studiengänge Anglistik und Romanistik an der Universität zu Köln. An der Musikhochschule entsteht eine sehr enge Zusammenarbeit mit Prof. York Höller, die bis heute anhält. Seit seinem Studium ist Boris Kosak sein persönlicher Assistent.
In Köln setzt sich Boris Kosak kompositorisch intensiv mit verschiedenen Stilen, Epochen, Gattungen und Kunstformen auseinander. Zudem malt er Bilder, dreht Videofilme und schreibt Märchengeschichten, erlernt die Violine zu spielen und schreibt verschiedene Computerprogramme. Musikalisch gilt sein besonderes Interesse der Polyphonie von Pérotin und Léonin, Du Fay, der Parodiemesse und dem Palestrinastil. Gleichzeitig öffnet sich Boris Kosak für den indischen Raga, die russische Liturgie, die kubanischen Rumba und Salsa, den Hiphop und den brasilianischen Samba, den er auch mit einer Band am Keyboard bei Auftritten spielt. In dieser Zeit schreibt er Salonmusik, Hörspiele und Meditationsmusik.
Unter den Komponisten der modernen klassischen Musik haben ihm vor allem Skrjabin, Stravinsky, Shostakovich, Lutoslawsky, Ligety und immer wieder Höller als Inspirationsquelle gedient. Alle diese verschiedenen und zum Teil widersprüchlichen Einflusse führen in „Il Carnevale di Colonia“, einem Klavierkonzert, zu einer neuen Qualität und einem ganz eigenen persönlichen Stil, der Tradition und Moderne auf eine natürliche Weise verbindet, ohne ins Triviale abzurutschen. Diese stilistische Linie wird in „Tusch“ für großes Orchester erfolgreich fortgesetzt.
Im seinem neuesten Werk „Concerto in stile coloniale“ für Violine und Orchester verbindet Boris Kosak den Kölner Themenkreis mit der Musik des Barock, in der er Parallelen zum Kolonialstil in der Architektur findet. Im dritten Satz des Violinkonzertes erscheint sogar die bekannte Melodie „Viva Colonia“ als Thema für Variationen.



